1879 – 1946

Emilie Gourd

«L’idée marche» lautete die Devise von Emilie Gourd, die 1879 geboren wird. Sie stammt aus dem protestantischen Genfer Bürgertum und besucht die Mädchenschule. Sie tritt 1909 dem Genfer Frauenstimmenrechtsverein bei und gründet 1912 die Zeitung «Le Mouvement Féministe», die unter dem Titel «l’émiliE» bis 2019 bestehen wird. Gourd ist eine charismatische Vorkämpferin für das Frauenstimmrecht auf nationaler und internationaler Ebene und war auch Sekretärin des Weltbunds für das Frauenstimmrecht. Anlässlich der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (Saffa) 1928 in Bern ziehen Gourd und ihre Mitstreiterinnen eine riesige Gipsschnecke als Symbol schweizerischer Langsamkeit in Sachen Frauenstimmrecht hinter sich her; auch wenn es noch lange dauert, eines Tages wird das Frauenstimmrecht Tatsache, lautet ihre einhellige Überzeugung.Emilie Gourd macht sich als Feministin für die Einführung einer Mutterschaftsversicherung, für das Recht junger Frauen auf eine freie Berufswahl sowie für das Prinzip «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit» stark. Der Aufstieg des Faschismus veranlasst sie zu einem Engagement für die demokratischen Institutionen. Sie bringt nicht nur ihre ganze Persönlichkeit und all ihre Kraft, sondern auch ihr gesamtes persönliches Vermögen in den Kampf für das Frauenstimmrecht ein.
Sabine Lorenz


Weitere Informationen:
Martine Chaponnière, Emilie Gourd, in : Deuber Ziegler, Erica, Tikhonov, Natalia (dir.), Les Femmes dans la mémoire de Genève, du XVe au XXe siècle, Genève, Éditions Suzanne Hurter, 2005, pp. 118-119
Gourd, Emilie (hls-dhs-dss.ch)
http://www.lemilie.org/ ,vu le 6.6.2020u le 6.6.2020
Stiftung Frauenarbeit - Ausstellungen

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